Erkenntnis

September 10, 2009Posted by Webmaster

 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts widerlegte der britische Geologe Sir Charles Lyell (1797 – 1875) Cuviers Kataklysmentheorie und begründete – gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Karl Ernst Adolf von Hoff (1771 - 1837) und fußend auf Huttons Arbeit – den Aktualismus, die Auffassung, dass sich aus der Beobachtung von Vorgängen in der Gegenwart Rückschlüsse auf Prozesse in der Vergangenheit ableiten lassen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangten unabhängig voneinander der amerikanische Amateurgeologe Frank Bursley Taylor (1860 - 1938) und der deutsche Geophysiker und Meteorologe Alfred Lothar Wegener (1880 – 1930) zu der Erkenntnis, dass die leichtere Erdkruste sich in einer stetigen Bewegung auf dem schwereren Material des Erdmantels befindet (Kontinentaldrift, Kontinentalverschiebung). Diese Erkenntnis führte im Verlauf des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung der Plattentektonik als eigenständigem Forschungsgegenstand und zur Erklärung der Entstehung der Kontinente.

Durch die rasante technische und wissenschaftliche Entwicklung seit dem späten 19. Jahrhundert haben sich Forschungsmethoden und Anwendungsmöglichkeiten der Geologie vor allem im 20. Jahrhundert beträchtlich verändert. Durch die Weiterentwicklung technischer Hilfsmittel und Untersuchungsmethoden und durch das Vordringen des Menschen in vorher unzugängliche Bereiche der Tiefsee und des Weltraums konnten eine Vielzahl weiterer Erkenntnisse über die Beschaffenheit und Dynamik der Erdkruste, meteorologische Phänomene, erdgeschichtliche Veränderungen und vieles andere mehr gewonnen werden.